Die Fortbildung: Katalogisierung nach RDA

Arne Thiede satirisch zur Fortbildung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, aufgenommen am eigenen heimischen Esstisch.

Eindrücke einer Fortbildung; Hamburg im Herbst 2015.
Der Text entstand als Festvortrag für die Feier zu 70 Jahren bibliothekarische Ausbildung in Hamburg.

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[Infografik] Können Sie eine One-Person-Library führen?


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Umweltbildung in der Queens Library

Libraries: Recycling since 3.000 B.C. […] Every time you use a library’s shared resources, you’re helping reduce & reuse!

So lauteten heute Twitterslogans der Queens Library. In anderen Ländern scheint man sich gegenseitig einen „Happy Earth Day“ zu wünschen. Wie sieht das hierzulande aus? Wie begingen heute (öffentliche) Bibliotheken in Deutschland den Earth Day (Tag der Erde)? Ziel dieses Tages ist die Wertschätzung für die Umwelt zu stärken und dazu anzuregen über das Konsumverhalten nachzudenken. Die Vereinten Nationen nennen diesen Tag den „International Mother Earth Day„. „The Green Library/Die grüne Bibliothek“ so lautet auch eine brandaktuelle Publikation, deren Herausgeberin Petra Hauke ist. Darin geht es um die ökologische Nachhaltigkeit in der Praxis. Das folgende Video macht deutlich, welchen Stellenwert Umweltbildung in der Queens Library einnimmt. Sie nennen es „Greening programs„.  Das Anlegen von Beeten, das Kompostieren, das Recycling und die Förderung des ökologischen Denkens scheinen dort sehr gefördert zu werden.


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Vorstellung der Bibliothek von Eoto e.V. in Berlin

Each One Teach One (EOTO) e.V. ist ein Schwarzes Bildungsprojekt, das Literatur und andere Medien von Menschen afrikanischer Herkunft vorstellt und Wissen im intergenerationalen Dialog vermittelt. Der Verein eröffnet am 21. März 2014 seine Büroräume, in denen die Vera-Heyer-Präsenzbibliothek der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sowie Workshops und Bildungsveranstaltungen angeboten werden. Die Bibliothek von EOTO e.V. umfasst Publikationen von AutorInnen des afrikanischen Kontinents und der Diaspora und dokumentiert so Schwarze Geschichte und Gegenwart in und außerhalb Deutschlands. Afrikakzent-tv

Zweimal bereits wurde hier im Blog über Eoto e.V. berichtet. Nun drehten Afrikakzent-TV ein Video über die Eröffnung der Bibliothek am 21.03. in Berlin-Wedding. Am 25. November 2012 wurde auf bibliothekarisch.de ausführlich über den Sinn & Zweck einer solchen Einrichtung nachgedacht. Im folgenden Video kommen die Initiatoren zu Wort und erläutern, was bereits jetzt an Aktivitäten in der Bibliothek stattfinden.


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Ein Imagevideo der Montana State Library


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„Bildung durch Bücher – Katholische Bibliotheken heute“

Lesen bildet – diese Weisheit gilt seit Jahrtausenden, besonders auch in der Kirche. Ohne das Buch der Bücher, die Bibel, gäbe es die Kirche wahrscheinlich gar nicht. Klöster waren Orte, an denen Bücher kopiert und geschrieben wurden. Die aktuelle Ausgabe des Kirchenmagazins „Alpha & Omega“ beschäftigt sich darum mit der „Bildung durch Bücher“ und katholischen Bibliotheken heute. Gast im Studio ist der Leiter der Rottenburger Diözesanbibliothek, Georg Ott-Stelzner.


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Online-Abstimmung für die Each One Teach One (EOTO) e.V. Bibliothek

Im November 2012 wurde hier im Blog bereits ausführlich über den Verein Each One Teach One (EOTO) e.V. berichtet. Zurzeit gibt es einen neuen Aufruf zur Online-Abstimmung, die bis zum 10. November möglich ist.

Je mehr Menschen für die Förderung des EOTO-Archivs abstimmen, desto größer ist die Chance, dass die Förderung an diesen Verein geht. Der Förderbedarf liegt bei 1.000 € und es werden damit Regale, Stühle, Tische, Lampen und weitere Einrichtungsgegenstände für die neue Bibliothek finanziert, die in Berlin-Wedding ihren Sitz haben wird.

Vermutlich gibt es (ehemalige) Bibliotheken bzw. Bibliothekare in Berlin-Brandenburg, die etwas in dieser Form spenden würden.

Each One Teach One (EOTO) e.V., das Schwarze Medienprojekt, hat sich bei der Online-Abstimmungs-Aktion von Quartiermeister e.V. um eine Spende  zur Einrichtung der Bibliothek beworben.

Im Frühjahr 2014 werden mit der Unterstützung des Projekts Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel Räumlichkeiten im Wedding bezogen und die Bibliothek öffentlich zugänglich gemacht.

Sie können bei der Einrichtung der Medienbibliothek konkret und nur mit 10 Sekunden Zeitaufwand helfen:

Mit Eurer/Ihrer Stimme für EOTO e.V. auf dieser Seite http://www.quartiermeister.org/online-abstimmung/
können Sie die Aktion bis zum 10. November unterstützen. Wenn EOTO e.V. zu den drei Top Projekten gehört, erhält unser Verein 1000 € zur Finanzierung der Ausstattung (Regale, Stühle, Tische, etc.) der Bibliothek.

EOTO e.V. freut sich, wenn Sie:

–  dem Projekt eine Online-Stimme abgeben
– diesen Aufruf in Netzwerken verbreiteen und
– ein „like“ auf facebook schenkt: http://fb.com/EOTO.eV.

Vielen Dank für Euere/Ihre Stimme!

EOTO e.V.


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Meine persönliche Rückschau auf den BID-Kongress 2013 (Teil 1)

Von allen vier Bibliothekartagen, die ich bisher in Deutschland besuchte, war dies durchaus einer der facettenreichsten und intensivsten Kongresse. Es waren vor allem die interdisziplinär angehauchten Vorträge und Präsentationen, für welche ich mich besonders interesssierte. Zunächst einmal sei erwähnt, dass ich am Montag, den 11.03. erst am frühen Nachmittag auf dem Messegelände eintraf und nicht von Anfang an dem im Folgenden beschrieben Vortrag teilnehmen konnte.

Laut dem Demenzforscher und Soziologen Reimer Gronemeyer ist Demenz keine Krankheit. Er kritisiert die Ausgrenzung von Menschen mit Demenz, wie z.B. in den Niederlanden das „Demenzdorf“ Hogeweye, in dem eine künstliche Realität für Menschen mit Demenz aufgebaut wurde, die abseits vom Rest der Bevölkerung leben. Das erinnert an die am 13.10.2010 angesprochenen sogenannten retirement villages, in denen Senioren fernab vom Rest der Bevölkerung abgeschottet leben.

Niemand kann sagen: Damit haben wir nicht gerechnet oder das haben wir nicht gewusst“. Heike von Lützau-Hohlbein

Es sollte mehr für Menschen mit Demenz getan werden, um ihnen „ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, so die Vorsitzende der deutschen Alzheimergesellschaft, Heike von Lützau-Hohlbein. Wer selbst schon Mitglieder in der Familie hat(te), die an Demenz erkrankt sind, wird leichter Verständnis und Empathie aufbringen dieses Thema zukünftig auch für die eigene Arbeit stärker in den Vordergrund zu rücken. Der erste Vortrag setzte an der an der Schnittstelle des Bibliothekswesens zur Geragogik, die auch als Gerontagogik oder Alterpädagogik bezeichnet wird, an. Zukünftig wird dies wohl ein Teilgebiet werden, das mindestens dieselbe Aufmerksamkeit erfahren dürfte wie die Kinder- und Jugendarbeit in Bibliotheken. So hielt Frau Susanne Brandt zusammen mit Herrn Oke Simons einen Vortrag zum Thema „Demenz als Thema für Bibliotheken? Überlegungen und praktische Beispiele für die Bedeutung von Erfahrungswissen und kultureller Teilhabe im Dialog der Generationen„. Darin wurden bereits vorhandene bibliothekarische Angebote, die das Leben von Menschen mit Demenz in besonderer Weise berücksichtigen vorgestellt, die es teilweise schon in Schleswig-Holstein gibt. Dabei wurden konkrete Bausteine angesprochen, die eine Umsetzung erleichtern. Es handelt sich unter anderem um sogenannte Medienboxen, die für den Aufbau einen zentralen Medienangebots genutzt werden können. Des Weiteren steht die Biografiearbeit im Vordergrund, indem z.B. Kamishibai-Fotoserien und Bilder zu vertrauten Märchen und Geschichten erstellt werden. In Schleswig-Holstein gibt es ein sogenanntes Kompetenzzentrum Demenz, über das pädagogische Materialien bezogen werden können.

In Deutschland leben derzeit etwa 1,4 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ab 2050 könnte sich diese Zahl verdoppelt haben. Die Referenten plädierten dafür nicht den Defizitansatz zu wählen, sondern durch Sensibilität und Wertschätzung wahrzunehmen, über welches sinnlich und emotionales Erfahrungswissen Demenzpatienten verfügen. An dieser Stelle wäre es interessant gewesen Bibliothekare und/oder Bibliothekarinnen gehabt zu haben, die konkret mit dieser Gruppe vor Ort arbeiten oder auch Altenpfleger/-innen oder Gerontologieforscher, die durch ihre Wissen und ihre Expertise zusätzlich wertvolle Tipps und Anregungen gegeben hätten. Leider waren die meisten Referenten auf dem „Bibliothekartag“ zumeist Fachreferenten, Diplom-Bibliothekar(e)/-innen oder entsprachen den gängigen bibliotheksnahen Berufen. Es wäre nicht nur für das Thema Demenz zum Vortrag von Brandt & Simons interessant gewesen einen echten Anthropogogiker auf dem Bibliothekartag zu Gast zu haben. Bei der Anthropogogik handelt es sich um die Wissenschaft, welche genau beschreibt, als was sich viele Bibliotheken verstehen: als Orte des Lebenslangen Lernens. Dabei handelt es sich auch noch um einen genderneutralen Begriff, der die Teilbereiche Pädagogik, Andragogik (Erwachsenenbildung) und Geragogik miteinander vereint. Das Ehepaar Brändle definiert das Begriffskonzept wie folgt:

 „Die Anthropogogik erforscht, was beim Lernprozess förderlich ist und was hinderlich. Welche Methoden das Lernen unterstützen. Wie das Lernen Freude macht. Wie Blockaden vermieden werden können, oder überwunden, wenn sie schon aufgebaut wurden. Wie Menschen leichter, schneller und nachhaltig lernen. Ziel ist es, den Prozess des Lernens in allen Bereichen und Altersstufen respektvoll und empathisch nach „state of the art“ zu unterstützen.“

Inwiefern werden Studenten und Auszubildende in den Bibliotheks- und Informationsberufen auf diese wichtigen Tätigkeiten vorbereitet, um Lernprozesse richtig  begleiten zu lernen und Lerner_innen mit den geeigneten Methoden zu unterstützen? Natürlich findet im Lernort Bibliothek selbstgesteuertes Lernen statt, aber sind ein großer Teil Bibliothekare und Bibliothekarinnen hierzulande dazu wirklich in der Lage unterschiedliche Generationen (-Zielgruppen) leichter, schneller und nachhaltiger beim Lernen zu unterstützen?

In einem weiteren Vortrag stellte Miriam Schriefers vor, mit welchen EU-Projekten sich Netzwerke aufbauen lassen und wie Interkulturelle Kompetenzen von Mitarbeiter/-innen gefördert werden können. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift BuB finden sich auf den Seiten 170 bis 172 ähnliche Inhalte zum Thema, welche Schriefers vorstellte. Sie warb für länderübergreifende Partnerschaften, die den EU-weiten informations- und Erfahrungsaustausch vor. In einigen Projeken ging es darum, durch innovative und kreative Ideen entwickeln, um Menschen am Rande besser in die Gesellschaft zu integrieren. Dabei geht es darum, mithilfe von Projekten und des Austauschs „neue“ Zielgruppen wie Bildungsbenachteiligte, Migranten, Flüchtlinge und Senioren zu gewinnen und zu lernen diesen z.B. mehr digitale Kompetenzen zu vermitteln. Bibliothekare und Bibliothekarinnen haben die Möglichkeit im Rahmen von Hospitationen, Besuche von Fachkonferenzen und länderübergreifenden Treffen Programme zum Lebenslangen Lernen, (GRUNDTVIG-) Lernpartnerschaften, Assistenzen und Weiterbildungsprogrammen, Fördergelder der EU nach erfolgreichen Projektanträgen zu erhalten.

 

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Das neue Werbe-Video der Churer Informationswissenschaft

Vor fast genau einem Jahr, am 11.03.2012 postete Dörte bereits ein Werbevideo der HTW Chur. Seit 1. März 2013 gibt es nun das neue Imagevideo der Informationswissenschaft-Studiengänge der HTW Chur. Feedback und Meinungen sind ausdrücklich hierzu erwünscht.


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Zivilgesellschaftliches Engagement in Bibliotheken

oder

Was macht eigentlich die Frage des Ehrenamtes

von Schleiwies, Gerald

Die seit Juli 2012 unter der Leitung der Frankfurter Stadtbüchereidirektorin Dr. Sabine Homilius neu eingerichtete dbv/vdb Managementkommission lud am 18./19.1.2013 nach Berlin. Der gut gewählte Titel „Bibliotheken und Zivilgesellschaft. Freiwilligenarbeit in Bibliotheken – vom Experiment zur Routine?“ brachte leider nur ein gutes Dutzend Teilnehmer ins Auditorium des Jakob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum. Da jedoch auch viele Referenten lebhaft über die zwei Tage mitdiskutierten kann ich trotzdem über eine gelungene Veranstaltung sprechen.

Das lag auch an der sehr guten Auswahl an Referatsthemen, die zum großen Teil schon auf der dazugehörigen Veranstaltungsseite einsehbar sind.

Das zivilgesellschaftliche Engagement bzw. Ehrenamt in Bibliotheken ist sehr viel weiter verbreitet als es die statistischen Zahlen der Jahresberichte vermuten lassen. Die Fragen in der Einladung waren daher vielfältig:

Wie weit darf die Integration gehen? Welche Ansprüche stellen „Ehrenamtler“? Wie ‚hegt und pflegt’ man das ehrenamtliche Engagement? Was ist mit den bibliothekarischen Kerntätigkeiten, die eine Fachausbildung erfordern? Sind Freiwillige aus den Öffentlichen Bibliotheken nicht mehr wegzudenken? Erweist sich die Integration des bürgerschaftlichen Engagements in Bibliotheken als nützliche Brücke in die Zivilgesellschaft? Welche Rechtssicherheit brauchen Engagementwillige? Welche Rechtssicherheit brauchen die engagierenden Bibliotheken?

Der dbv hatte sich zum 100. Bibliothekartag in Berlin in einer mehrfach tagenden „AG Ehrenamt“ zu einem gemeinschaftlichen Positionspapier der Verbände getroffen und dieses Papier dort vorgestellt: Bibliotheken und Bürgerschaftliches Engagement: Eine Standortbestimmung

Vorausgegangen war eine Umfrage, die Dr. Rainer Sprengel für den dbv evaluierte. Zudem wurde ein vbnw Handbuch zur Freiwilligenarbeit die neue Grundlage zu einer dbv Anleitung, die jedoch auf den Seiten des dbv nicht so einfach zu finden ist: http://www.bibliotheksverband.de/fileadmin/user_upload/DBV/themen/ehrenamt/B%C3%BCrgerschaftliches_Engagment_in_Bibliotheken_Handbuch_2011.pdf

Soweit alles klar? Es gibt also umfassendes Material für einen positiven Umgang mit dem zivilgesellschaftlichen Engagement und darüber hinaus viel erfolgreiches Best Practices Material. Auf dieser Fortbildung durfte die HöB, die schulbibliothekarische Arbeitsstelle der Stadtbücherei Frankfurt oder die Veranstaltungsarbeit der Stadtbibliothek Rheine glänzen. (Vorträge siehe Link zur Auswahl)

Bei der AG Ehrenamt gab es jedoch einen Wermutstropfen; der BIB hat zwar die ganze Zeit an dem Papier in meiner Person mitgearbeitet, es wurde letztendlich vom Vorstand jedoch nicht unterstützt und kurzfristig wurde über die Geschäftsstelle ein eigener Entwurf präsentiert.

Und so durfte auch die aktuelle Vorsitzende Kirsten Marschall sich auf der Tagung äußern. Es wurde noch einmal betont, dass bibliothekarische Kerntätigkeiten nur von hauptamtlichem Personal wahrgenommen werden sollen. Aber genau das ist das Problem des BIB Standpunktes: Was sind denn heute die Kernpunkte z.B. einer öffentlichen Bibliothek? Leseförderung? Gerade hier ist das Ehrenamt hochgradig aktiv. Ausleihe, Lektorat, Katalogisierung? Bei den katholischen Bibliotheken organisieren Ehrenamtler zu 90% die zumeist kleinen Einrichtungen nach einer guten Ausbildung ganz allein. Weder Öffnungszeiten sind dadurch gefährdet noch die Auswahl an Medien ist zu bemängeln.

Wer in andere Bereiche des „bürgerschaftlichen Engagements“ blickt bekommt weitere Definitionsprobleme. Wodurch unterscheide sich denn die Arbeit einer freiwilligen und einer Berufsfeuerwehr. Von der Bahnhofsmission über das THW bis zum Rettungsdienst werden viel lebenswichtigere Bereiche ehrenamtlich versorgt als die Öffnungszeiten einer Bibliothek.

Daher ist auch der Metablick der Referate von Dr. Mechthild Scholl und Bielefelds Stadtbibliotheksdirektor Harald Pilzer sehr wertvoll. Viele ehemals ehrenamtliche Tätigkeiten haben sich im Laufe der Geschichte ganz selbstverständlich zur Hauptamtlichkeit gewandelt. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen ist eine leichte Rückwärtsdrehung daher nichts Ungewöhnliches.
Die Stadtbibliothek Bielefeld unterhält vier ihrer acht Zweigstellen nur noch aufgrund ehrenamtlichen Engagements. Man hat dort aus der Not eine Tugend gemacht, denn geplant zwar diese Situation nicht.

Eines zeigt sich in allen Bereichen ganz klar. Ohne Hauptamt funktioniert kaum ein Ehrenamt. Die Anleitung und Qualifizierung des Ehrenamtes ist daher eine klare Kernkompetenz und Aufgabe des Hauptamtes. Da gibt es in Deutschland jedoch kaum eine Struktur, mit Ausnahme des kirchlichen Bibliothekswesens.

Nicht nur mein Fazit der zwei Tage ist, dass das Ehrenamt weiterhin als Agendum der Verbände gehandelt werden muss. Noch schöner wäre es dann auch, man wäre sich verbandübergreifend über die Kernfragen zum Ehrenamt einig, dann kann man auch verbindlich über die Aufgaben und Werte von Bibliotheken sprechen und die Angst vor dem Ehrenamt abbauen. Denn bisher geben die Kollegen gute Noten, die bereits Ehrenamtler haben; die Anderen sehen Ehrenamt skeptisch ohne jedoch damit zu tun zu haben (Quelle: Sprengel – Ehrenamtspapier des dbv). Das Konfliktpotential wird sich auch auf lange Sicht nicht beseitigen lassen, denn die grundpolitische Ein- und Fragestellungen schwingen bereits bei der grundsätzlichen Nennung des Themas mit, die jetzige Situation ist auf lange Sicht bibliothekspolitisch ungesund.

Über den Autor
Gerald Schleiwies ist stellvertr. Fachdienstleiter der Stadtbibliothek Salzgitter und Fachgebietsleiter Lektorat und Bestandsaufbau. Für eine zeitlang arbeitete er in der BIB Kommission für Bibliothekspolitik, die zwischenzeitlich aufgelöst wurde und ist in bibliothekarischen Belangen zur Zeit ehrenamtlich nicht aktiv.

Kontakt:
Mail: gerald.schleiwies(at)stadt.salzgitter.de
Twitter @biblioreader
Xing: Account vorhanden
Homepage: http://Schleiwies.net

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