Die Wiedereröffnung des Lesesaals Labrouste der BNF in Paris

2014 wurde hier im Blog anläßlich des Todes französischen Filmregiesseurs Alain Resnais der Kurzfilm „Toute la mémoire du monde“ gepostet. Darin geht es um die Französische Nationalbibliothek am alten Standort in der Rue Richelieu. Der Film ist ein Zeitzeugnis darüber, wie damals in Bibliotheken gearbeitet wurde. Nun wurde der Lesesaal aus dem 19. Jahrhundert nach sechsjähriger Modernisierung wiedereröffnet worden – als Teil eines ganz großen Bibliotheksprojektes. Der Saal war insgesamt fast 18 Jahre geschlossen. „Richelieu“ ist der Name dieses Groß-Projekts des französischen Kulturministeriums, da sich der Sitz der alten Nationalbibliothek in der Rue de Richelieu im zentralen 2. Pariser Arrondissement befindet. Näheres wird im Artikel auf Deutschlandradio Kultur vom 05.01.2017 beschrieben. Gernot Gabel hat sich einem Beitrag seiner Monographie „Bibliotheken in Frankreich“ im Jahr 2011 einem ausführlichen Beitrag über den Salla Labrouste diesem Thema gewidmet:

„Der Neubau einer modernen NationalbibIiothek im Osten von Paris war eines der großen Projekte des damaligen Staastpräsidenten François Mitterrand. Seither hat die Nationalbibliothek in der Rue Richelieu, direkt neben der Oper und unweit des Louvre, zwar an Bedeutung verloren, was die Zahl der Besucher anbetrifft. Der Lesesaal ist jedoch ein kulturgeschichtliches und architektonisches Monument. Er wurde jetzt nach mehrjähriger Umbauzeit wieder eröffnet.“ von Jürgen König

Eine Dokumentation von Jean-François Roudot, 2016
Verantwortlich für die Produktion : Forum des images


Ähnliche Beiträge

Die Nationalbibliothek von Bosnien-Herzegowina wurde gestern feierlich wiedereröffnet

This is about restoring the densely woven intellectual tapestry of our continent — a tapestry of diverse cultures and beliefs and peoples.“ Valentin Inzko

Fotograf: Midhat Peturovic

22 Jahre nach der Zerstörung der Nationalbibliothek in Sarajevo wurde diese endlich vollständig renoviert und gestern zum Europatag feierlich wiedereröffnet. Hier im Blog wurde schon mehrfach über die Geschichte, die Provenienz der Bestände und über die weiter anhaltenden ethnischen Spannungen berichtet. 2012 war die Einrichtung für mehrere Monate geschlossen. Mit Hilfe von Gelder der EU und über Spenden konnte die Bibliothek in ihren ursprpünglichen Zustand wiederhergestellt werden. Für die Hälfte der Kosten von 16 Milllionen Euro kam die Europäische Union auf.


Ähnliche Beiträge

Neue Lesesäle der Staatsbibliothek Unter den Linden heute eröffnet

Hell, lichtdurchflutet, modern. Der neue Lesesaal der Staatsbibliothek Unter den Linden ist das genaue Gegenteil des Klischees einer verstaubten, dunklen Bücherhalle – mit hellem Holz, leuchtend orangenen Böden und Stühlen und vor allem einem: Raum.“ Veronique Leheis

Foto: Staatsbibliothek zu Berlin - PK / Jörg F. Müller
Der erleuchtete Lesesaal am Abend, im Vordergrund das Dach des Rara-Lesesaals

Ein „Hochaltar des Lesens„, Bücherpalast, „Kathedrale des Wissens“ (Hermann Parzinger), „Palast der Worte„, Berlins „Superhirn“ –  selten gab es soviele Liebkosungen und Superlative für zwei neue Lesesäle in Deutschland. Heute wurde der neue Lesesaal der Staatsbibliothek Berlin im Ostteil der Stadt „Unter den Linden“ eröffnet und bejubelt. Ein lichtdurchfluteter Kubus, mitten im alten Gemäuer des wilhelminischen Riesenbaus von 1914. Entworfen vom Architekten HG Merz, der die Ausschreibung hierzu vor 13 Jahren gewann. Nun hat es 69 Jahre gedauert, bis der im 2. Weltkrieg zerstörte Lesesaal wieder neu aufgebaut wurde. Der Präsident der  Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger und Wolfgang Thierse eröffneten nach zehn Jahren Bauzeit den vom Architekten HG Merz entworfenen neuen Lesesaal. Wäre damit nun künftig das Platzproblem im Jakob- und Wilhelm-Grimm-Zentrum gelöst? 🙂

Heute abend lief auf dem Lokalfernsehsender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) eine 45-minütige Dokumentation „Berlins Superhirn“ über die Staatsbibliothek mit dem Schwerpunkt auf der Geschichte des Gebäudes Unter den Linden. Die Doku ist unter folgendem Link auf der RBB-Seite verfügbar.

Ab dem 21. März können auch Besucher den Lesesaal nach 10-jähriger Bauzeit betreten. Im Lesesaal befinden sich 130.000 Bücher, was etwa einem Anteil von einem Prozent der größten Universalbibliothek Deutschland entspricht. Er bietet 250 Arbeitsplätze und 19 Carrels.Darüber hinaus gibt es noch einen kleinen Rara-Lesesaal, neue Tresormagazine und ein neues Freihandmagazin. Lesen wird hier als Event inszeniert, wie die Berliner Morgenpost am 17.03. schrieb, denn es gibt eine Lounge mit weichen Sofas und  einen Kaffeeautomaten in nächster Nähe. Nach Fertigstellung der Renovierung des Altbaus im Jahr 2016 werden hierfür insgesamt 500 Millionen Euro hierfür ausgeben werden, die vom Bund übernommen werden. Der zweite Bauabschnitt umfasst weitere neue Lesesäle für die Sondersammlungen mit 230 Arbeitsplätzen, viele Rechercheplätze und ein Bibliotheksmuseum eingerichtet. Die „FSK“-Regelung ab 16 Jahren leuchtet mir nicht ein. Es gibt doch tatsächlich auch („normale“) Schüler, Hochbegabte und wissenschaftliche Interessierte Menschen, die jünger als 16 Jahre alt sind und Interesse hätten diese Bibliothek zu nutzen.

Nun wird hoffentlich Wim Wenders doch noch „Der Himmel über Berlin“ Teil 2 drehen können. 🙂

Creative Commons Attribution 3.0 Unported This work is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 Unported.


Ähnliche Beiträge

Wiedereröffnung der Bibliothek des Klosters und Internats „Collegium Augustinianum Gaesdonck“

Stolz können sie sein auf ihre wiedereröffnete Bibliothek, alle die sich aktiv beteiligt haben am Umbau, der Auslagerung und der Digitalisierung der Archive. Die Klosterbibliothek der Gaesdonck besitzt Bücher, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, eine Sammlung die „beinah einzigartig ist unter den linksrheinischen Klöstern, welche Anfang des 19. Jahrhunderts unter französischer Besetzung großes Leid erdulden mußten.“

Die Inhalte des Klosterarchivs, weit mehr als 50.000 Seiten wurden gesichtet, sortiert, fotografiert und schlussendlich digitalisiert. Sie wurden beim Festakt auf einer kleinen Festplatte gespeichert präsentiert. Das digitale Archiv von Gaesdonck und Graefenthal wurde ehrenamtlich in vierjähriger Arbeit erstellt. Um Platz zu schaffen, wurden die Bücher aus den Räumen der Bibliothek in den Diözesanverband in Münster verbracht. Die Digitalisierung war eine Herausforderung für die Mitarbeiter der Digitalsierungsgruppe, die im Winter bei ihrer Arbeit bis zu drei Pullover trugen, weil sie sonst in den Räumen der Bibliothek zu erfrieren drohten. Mit der Digitalsierung ist man sich sicher, dass das Archiv nun mindestens für weitere 600 Jahre erhalten bleiben wird und dafür hat sich die harte Arbeit gelohnt.

Nach einem kleinen Festakt wurden die Türen zum großen, langen Raum, dem restaurierten und nun auch klimatisierten Saal des Archivs geöffnet, in dem nun die mehr als 5000 Bücher untergebracht sind. Die Regale aus dunklem Holz sind in die Spitzbögen eingepasst (Bilder am Ende des hier verlinkten Beitrages). Außerdem befinden sich zwei Archive dort: das Klosterarchiv mit Büchern der Jahre ca. 1350 bis 1850 und das Archiv von Graefenthal mit Büchern von ca. 1250 bis 1700. In diesem historischen Material von Gut Graefenthal sowie dem Collegium Augustinianum Gaesdonck kann künftig digital (ganz offensichtlich nicht online) geblättert werden. Die Materialien des 16. und 17. Jahrhundert mit Schwerpunkt Theologie stehen nun für die wissenschaftliche Nutzung einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Bibliothek beherbergt auch 150 Inkunabeln, welche aufwending nach dem Vorbild der Gutenberg-Bibel von ca. 1454 gestaltet sind. Auch ein urkundlich belegter „Lebensretter ist in den Regalen zu finden, ein Buch, dessen Buchrücken aufgerissen ist.

Dieses Buch habe sich ein Mönch bei einem Angriff vor den Leib gehalten – und überlebt. Das Bajonett des Angreifers scheiterte am Wälzer.

Auch andere, noch zu entdeckende Schätze befinden sich in der Bibliothek, z.B. Bücher deren Buchdeckel aus Seiten älterer Bücher bestehen. Dies war damals ein übliches Verfahren, um sehr teures Papier zu spren. In diesen Buchdeckeln wurden schon richtige Schätze gefunden, z.B. das Nibelungenlied. Es ist zu vermuten, dass noch viele ältere Schriften in den über 10.000 Buchdeckeln der Klosterbibliothek verstecken, die darauf warten, entdeckt und erforsch zu werden.

Quellen:
Eichhorn, Andreas: Kulturelles Erbe des Niederrheins, Der Westen, 05.04.2011
Reinders, Katrin: Eine Schatzkammer öffnet sich, Der Westen
Wiedereröffnung der Klosterbibliothek Gaesdonck – Feierliche Einweihung durch Bischof Theising, Kle-point


Ähnliche Beiträge

Kann das Paket zu Weihnachten ausgepackt werden?

Seit Winter letzten Jahres ist die Stadt- und Regionalbibliothek im Bürgerhaus von Staßfurt-Nord geschlossen, weil sich Nutzer über schlechte Gerüche und Kopfschmerzen beklagten. Grund waren die Ausdünstungen der neu verlegten Fußböden in den renovierten Räumen.

Die drei Messungen der Dekra Halle, eine Luftprobenentnahme in den Innenräumen zur Untersuchung auf flüchtige organische Verbindungen, eine Prüfung der Bohrkerne der Fußböden sowie die Feuchtebestimmung des Zementestrichs ergab, dass ein erhöhter Lüftungsbedarf besteht.

Die Schließung der Bibliothek war nicht ganz umumstritten, aber Oberbürgermeister René Zok verwies da auf das in Auftrag gegebene Gutachten. Hier wurde davor gewarnt, dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen könnte, wenn BibliothekarInnen und NutzerInnen den Gerüchen permanent ausgesetzt seien. Beschwerden stellten sich als Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schleimhautreizungen dar. Bei den Mitarbeiterinnen der Bibliothek wurde nach dem Vorliegen der ersten Ergebnisse der Prüfer eine Untersuchung durch den Betriebsarzt der Stadtverwaltung vorgenommen. Zum Glück wurde dort nichts dergleichen festgestellt, aber vor der Wiedereröffnung der Bibliothek müssen die gesundheitsgefährdenden Ursachen entfernt werden.

Laut Stadtverwaltung gibt es noch eine Firma, die vom beauftragten Rechtsanwaltsbüro aufgefordert worden ist, den Schaden zu beseitigen. Doch das Unternehmen habe sich bisher nicht geregt, so dass die Kommune nun selbst die notwendigen Arbeiten vornimmt, welche dann diesem in Rechnung gestellt wird.

Der Estrich ist Grund für die Ausdünstungen, weswegen er und der PVC-Belag herausgenommen werden müssen. Dies soll in den nächsten 14 Tagen passieren, da die Fristen laufen und sonst keine Forderungen mehr geltend gemacht werden können. Mit dem Neuaufbau des Fußbodens hofft man so fertig zu werden, dass die Bibliothek dann doch kurz vor Weihnachten wiedereröffnet werden kann.

Dies ist ein hochgestecktes Ziel, denn damit die Medien durch die Dämpfe und Bauarbeiten keinen Schaden nehmen, wurden sie ausgelagert. Auch sie müssen erst in die Bibliothek zurückgeräumt werden, bevor sich dann Bibliotheksnutzer wieder mit spannender Literatur, DVDs und CDs eindecken können.

Hinweis über:
Plieninger, Jürgen: Baumangel wird selbst behoben, netbib weblog

Quelle:
Kiel, René: Wird die Stadtbibliothek vor Weihnachten wieder geöffnet?, Volksstimme.de


Ähnliche Beiträge

Aus aktuellem Anlass: Am 21.09. wurde die “Bibliothèque de l’Hôtel de Ville” in Paris wiedereröffnet

Die seit 2007 geschlossene Bibliothek, wurde am 21. September wiedereröffnet. Früher hieß sie „Bibliothèque administrative de la Ville de Paris und nun „Bibliothèque de l’Hôtel de Ville„. Die Kosten der Renovierung beliefen sich auf ungefähr 1.870 000 Euro. Im 5. Stockwerk des Pariser Rathauses angesiedelt, bietet sie auf einer Fläche von 600 m² 100 Leseplätze und einen Bestand von ca. 600.000 Medieneinheiten. Sie wurde komplett renoviert und ist nun endlich auch barrierefrei. Bereits während der  „Journées du patrimoine“  gab es  am 18.09. und 19.09. die Gelegenheit eines Besuchs der Bibliothek. Unter dem folgenden Link gibt es ein Video, das Bertrand Delanoë, den Bürgermeister von Paris, dabei zeigt, wie er die Laudatio zur Wiedereröffnung der Bibliothek hielt. In seiner Rede betonte Delanoë die Bedeutung dieser Bibliothek, die 1871 von Alexandre Vattemare errichtet wurde.  Er bezeichnete Vattemare nicht nur als unermüdlichen Förderer eines internationalen Kulturaustauschs, sondern auch als den Erfinder der modernen öffentlichen Bibliothek („bibliothèque américaine“). Auf der Webseite der „Bibliothèque Administrative de la Ville de Paris (BAVP)“  gibt es mehr Informationen zur Geschichte, zum Service und zum wertvollen historischen Bestand der Bibliothek.


Ähnliche Beiträge

Aus aktuellem Anlaß: das Ausmaß der Zerstörung durch die Flutkatastrophe in Pakistan am Beispiel der “Northern University Library”

Durch die Flutkatastrophe verloren 10 Millionen Menschen in Pakistan ihr Zuhause. Sie zählt somit zu den größten humanitären Katastrophen der letzten Jahrhunderte. Almählich beginnen die Familien in ihre zerstörten Häuser zurückzukehren. Eine der Gegenden, in denen die Schäden am verheerendsten ausfielen, war die Provinz Khyber Pakhtunkhwa (bis April 2010 Nordwestliche Grenzprovinz ), deren Hauptstadt Peschawar ist. Der Campus und die dazugehörige Bibliothek, die zur einzigen Universität in dieser Region gehört, der Northern University, wurden komplett zerstört. Dabei wurde, wie die folgenden Fotos zeigen, die Universität erst 2008 neu eröffnet. Die Universitätsbibliothek verlor alle ihre 11.704 Bücher, ihre Regale, ihre sonstigen Möbel und ihre wertvolle Computerausrüstung. Studenten und Mitarbeiter sind unermüdlich im Einsatz zerstörte Forschungs- und Diplomarbeiten wieder zusammenzufügen.  Bis vor kurzem hinderten überflutete Straßen die Universitätsangehörigen daran Zugang zu den Gebäuden zu bekommen.  Die Fotoschau unter dem folgenden Link „Flood Disaster At City Campus“  macht das wahre Ausmaß der Zerstörungen weiter deutlich. Im Moment wird alles getan, um die Bibliothek möglichst bald wieder zu eröffnen, obwohl die Bedürfnisse an anderer Stelle dringender befriedigt werden müssten. Eigentlich handelt es sich bei der Universität um eine Finanzierung durch den „Education Development Research Trust“, der sich um die Bildungschancen junger Männer und Frauen kümmert denen sonst die Mittel fehlen Hochschulen zu besuchen. Nach einer Anhörung bezüglich der Zerstörungen, nahm sich die „Asia Foundation“ mit einer Buchspende von 5.000 Stück dem Problem an. Vorletzte Woche kam eine erste Box mit 500 Büchern an. Eine nächste Lieferung wird zur Wiedereröffnung der Universität Ende September erwartet. Es ist der Region ein baldiger Wiederaufbau und ein optimistischer Neubeginn zu wünschen, selbst wenn dieser noch dauern wird. Die „Asia Foundation“ beschreibt auf ihren Webseiten, was mit den Spendengeldern geschieht und wie geholfen werden kann.


Ähnliche Beiträge

[Kurz] Die Vatikanische Bibliothek hat wieder geöffnet

Die frisch renovierte Vatikanische Bibliothek (wir berichteten bereits mehrfach hier im Blog darüber) ist nund wiedereröffnet worden. Wer nicht Zeit hat, selbst dort vorbeizuschauen, kann einen wunderbaren Eindruck durch Bilder und einen filmischen Bericht der BBC. Im Film (englischsprachig) wird auch auf die technischen Verbesserungen durch die Renovierung eingegangen.


Ähnliche Beiträge

Bibliotheksquiz

Auf der ARD-Homepage kann man – wahrscheinlich anlässlich der Wiedereröffnung der Anna Amalia Bibliothek in Weimar – ein kleines Bibliotheksquiz spielen. Leider sind es nur 5 Fragen, aber als kleine morgendliche Lockerungsübung ist es sicher auch für die Frauen und Männer vom Fach geeignet… 🙂


Ähnliche Beiträge

50. Jubiläum der Wiedereröffnung der Forschungsbibliothek Gotha

Mit ihrem Festprogramm vom 20. und 21. Mai 2007 begeht die Universität Erfurt das 50. Jubiläum der Wiedereröffnung der Forschungsbibliothek Gotha, die durch die Rückführung ihrer Bücher aus der Sowjetunion 1956/57 möglich wurde. Dazu zählen mehr als 300.000 Handschriften und Alte Drucke der Herzoglichen Sammlung auf Schloss Friedenstein, die im April 1946 als Kriegsbeute des Zweiten Weltkriegs durch die Rote Armee in die Sowjetunion verbracht worden waren. 1956 kehrten sie fast vollständig nach Gotha zurück und am 21. Mai 1957 wurde die Forschungsbibliothek Gotha wiedereröffnet.

In der Forschungsbibliothek klafft noch eine Lücke von etwa 25.000 Bänden, auch die Museen auf dem Friedenstein und das Staatsarchiv haben noch Verluste.

Im Rahmen des Jubiläums weißt die Direktorin der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, Christiane Schmiedeknecht, auf diese noch bestehenden Verluste hin.

„In einer Sonderschau wird neben Originaldokumenten des Abtransports und der Rückführung auch ein repräsentativer Querschnitt durch die wiedergewonnenen Handschriften und Bücher gezeigt“, so die Leiterin der Forschungsbibliothek, Kathrin Paasch.

Quelle:
Panse, Jens: 50 Jahre Wiedereröffnung der Forschungsbibliothek Gotha bei Informationsdienst Wissenschaft


Ähnliche Beiträge