[Zitat] Unkommentiert – 1997

Die Menge der in Umlauf befindlichen Botschaften war nie so groß wie heute, aber wir verfügen nur über sehr wenige Instrumente, die uns erlauben würden, die relevanten Informationen herauszufiltern und entsprechend unseren zwangsläufig subjektiven Sichtweisen und Bedürfnissen Bezüge herzustellen, uns also im Fluß der Information zurechtzufinden. Hier ist der Raum des Wissens kein protokollierbarer Gegenstand mehr, sondern wird zum Projekt. Einen Raum des Wissens errichten hieße, sich mit institutionellen, technischen und begrifflichen Instrumenten auszustatten, um Informationen “begehbar” zu machen, so daß sich jeder selbst in diesem neuen Raum lokalisieren kann und die anderen je nach seinen Interessen, Kompetenzen, Plänen, Mitteln und wechselseitigen Identitäten erkennen kann.

Pierre Lévy * 1956 in Tunis. Er ist ein französischsprachiger Philosoph.

    Pierre Lévy: Die Kollektive Intelligenz. Eine Anthropologie des Cyberspace, Mannheim 1997, OT: L’ intelligence collective. Pour une anthropologie du cyberspace, Paris 1995, 25

Quelle:
Cruise missiles: zu schnell zum Denken der Kritik? auf hyperdis.de

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[Zitat] Unkommentiert – 1999

Arnoud deKemp
(Bereichsleiter für Marketing, Sales und Corporate Development im wissenschaftlichen Springer-Verlag)

‘Solange wir noch in der gedruckten Welt leben und solange die Buchstaben noch das Wort führen, ist das Printmodell das Hauptmodell. Wir ermöglichen kostenlos den parallelen Zugang zu der elektronischen Version – das ist nicht kostenlos für uns, aber wir stellen es nicht in Rechnung – und erzielen damit eine enorme Wertschöpfung innerhalb des Abonnements. Dazu gibt es dann auch noch multimediale Supplemente, Audio-Files, Videosequenzen, Labormanuale, Computer-Simulationen oder das Farbdia zu der Schwarzweiß-Abbildung im Text.’


Martin Grötschel
(currently professor of mathematics at Technische Universität Berlin, Institut für Mathematik, Vice President of Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin, and Chair of the DFG Research Center Matheon “Mathematics for key technologies”:engl: .)

‘Die eigentliche Frage ist, wer, was, wann, wie und wo im wissenschaftlichen Publikationswesen leistet, wer wie viel Geld wofür erhält, und wie viel Geld zur Verfügung steht. Wenn die anderen Akteure in ihren Positionen verharren und keine rechten Ideen hervorbringen, wie es weitergehen soll, werden die Wissenschaftler den Übergang zum elektronischen Publizieren in die Hand nehmen müssen.’

Quelle:
Sietmann, Richard : Zirkelspiele : Die wissenschaftliche Literaturversorgung steckt weltweit in der Krise, In: c’t 20/99, S. 216

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